Luzern, Bern, Fällanden/ZH, 12. Mai 2026
Die im Dachverband Hospize Schweiz (DVHS) organisierten Hospize ordnen ihre Interessenvertretung neu. Nach dem gemeinsamen Aufbau wichtiger Grundlagen für die Hospizversorgung in der Schweiz werden der DVHS und seine auf Kinder und Jugendliche spezialisierten Mitglieder ihre Anliegen künftig eigenständig vertreten. So können die spezifischen Versorgungsrealitäten und Finanzierungsbedürfnisse noch gezielter adressiert werden.
Zwei Segmente, zwei Realitäten – ein gemeinsames Ziel
Mit der Betriebsaufnahme der Kinderhospize allani (Bern, im August 2024) und Flamingo (Fällanden/ZH, im Januar 2026) ist deutlich geworden, dass sich die Angebote und Bedürfnisse von Erwachsenen- und Kinderhospizen stark unterscheiden:
Erwachsenenhospize begleiten Menschen in der letzten Lebensphase zusammen mit ihren Angehörigen und sind auf die End-of-Life-Versorgung mit Spezialisierter Palliative Care (SPC) ausgerichtet. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in einem Erwachsenenhospiz beträgt 2–3 Wochen.
Kinderhospize unterstützen durch wiederholte Aufenthalte das gesamte Familiensystem eines lebenslimitierend erkrankten Kindes – ab Diagnosestellung über oft viele Jahre hinweg und auch bis über den Tod des Kindes hinaus. Sie verbinden Spezialisierte Palliative Pflege, psychosoziale und sozialpädagogische Unterstützung, Entlastung sowie familienorientierte Betreuung.
Diese Unterschiede prägen nicht nur die Angebote, sondern auch Qualitätsanforderungen, Personalprofile, Zertifizierungsprozesse und Kostenstrukturen.
Gesundheitspolitische Ausgangslage: Hospize sind in der Schweiz noch nicht richtig verankert
Im Schweizer Gesundheitswesen existiert bislang für keines der Segmente ein klar definierter Status oder ein kostendeckendes Finanzierungsmodell. Die Bedürfnisse von Erwachsenen und Kindern, Jugendlichen werden in Politik, Öffentlichkeit und bei Kostenträgern unterschiedlich wahrgenommen und bearbeitet.
- Die Neuordnung der Interessenvertretung schafft nun die Voraussetzung, diese spezifischen Anliegen gezielt, wirksam und differenziert voranzubringen.
Neue Rollenverteilung - Der Dachverband Hospize Schweiz (DVHS) konzentriert sich künftig auf die Interessen der Erwachsenenhospize.
- Die Kinderhospize allani und Flamingo vertreten ihre Anliegen gemeinsam innerhalb der Versorgungskette der Spezialisierten Pädiatrischen Palliative Care (SPPC).
- Beide Seiten verfolgen weiterhin dasselbe übergeordnete Ziel: die Hospizversorgung in der Schweiz nachhaltig zu stärken und ihre Finanzierung langfristig zu sichern.
- Die neue Rollenverteilung tritt per 01.06.2026 in Kraft.
Zitate
Juerg Herren, Präsident Stiftung Kinderhospiz Schweiz:
„Wir danken dem Dachverband Hospize Schweiz für seine grosse Arbeit zur Förderung der Hospizarbeit und der stationären Spezialisierten Palliative Care in der Schweiz. Die Anerkennung, dass qualitativ hochstehende Hospizangebote eine adäquate Finanzierung benötigen, ist heute breiter verankert als je zuvor.“Dr. med. Sibylle Jean-Petit-Matile, Präsidentin Dachverband Hospize Schweiz:
„Mit der neuen Struktur können wir die Anliegen der Erwachsenenhospize künftig noch fokussierter vertreten. Die gemeinsame Aufbauarbeit der vergangenen Jahre ist dafür eine wichtige Grundlage.“Stiftung allani, Evelyne Schumacher, Mitglied der Geschäftsleitung:
„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ihre Versorgung erfordert eigene Strukturen, und eigene Qualitätskriterien. Die neue Interessenvertretung trägt dieser Realität und der engen Zusammenarbeit der verschiedenen Leistungserbringer in der Versorgungskette Rechnung.“